{"id":595,"date":"2022-05-13T18:31:47","date_gmt":"2022-05-13T16:31:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.morphopoly.org\/?page_id=595"},"modified":"2022-07-21T08:33:17","modified_gmt":"2022-07-21T06:33:17","slug":"mission-statement","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.morphopoly.org\/?page_id=595","title":{"rendered":"Mission Statement"},"content":{"rendered":"<p>Wir befinden uns in einem globalen Umbruch der urbanen Lebensformen, der gepr\u00e4gt ist von Klimakrise, Migration, radikalen Ver\u00e4nderungen in Arbeit, Konsumverhalten und Zusammenleben.<\/p>\n<p>Dazu kommt eine Pandemie, die als Probefall einer intensiven, geteilten Erfahrung aller L\u00e4nder und Menschen der Erde demonstriert hat, wie robust und zugleich fragil die urbane Lebensform ist.<\/p>\n<p>Und wie verschieden je nach lokaler Tradition und Problemlage.<\/p>\n<p>\u201cmorphoPoly\u201d ist ein prozess-orientiertes Projekt im Bereich \u201ck\u00fcnstlerische Forschung\u201d. Mehrere Gruppen entwerfen aus diversen Materialien und in diversen Medien Stadt-Modelle und andere Designs f\u00fcr eine performative, multi-sensorische Auffassung der zeitgen\u00f6ssischen urbanen Existenz. Diese Entw\u00fcrfe entwickeln sich im Rahmen einer \u201cGamification\u201d, die selbst Teil des Prozesses ist.<\/p>\n<p>Es kommt zur Bildung mehrerer Spiel-Teams, die eine m\u00f6gliche neue Baukultur (anonymer bzw. partizipativer) \u201cClans\u201d antizipieren.<\/p>\n<p>Vor allem aber fungieren Kinder im Alter 7 &#8211; 11 als prim\u00e4re Baumeister:innen.<\/p>\n<p>Im Projektraum 010 der Universit\u00e4t f\u00fcr Angewandte Kunst wurde seit Herbst 2021 ein weitr\u00e4umiges Stadtmodell aus Holzbausteinen, Einpackpapier, Naturmaterialien etc. entworfen und in mehreren \u201cSessions\u201d verdichtet.<\/p>\n<p>Unter \u201cSession\u201d verstehen wir ein bestimmtes Format von mehreren Stunden mit Pausen, in dem konzentrierte Perioden des Entwerfens und Bauens sich mit Besprechungen und Reflexionen zum Gebauten abwechseln.<\/p>\n<p>Fallweise werden diese \u201cSessions\u201d auch durch eine Video- bzw. Dia-Lecture zu Themen und Aufgaben eingeleitet \u2013 so etwa zum zentralen Leitthema \u201cStra\u00dfe\u201d.<\/p>\n<p>Die Kinder k\u00f6nnen auch Geschichten zu ihren Entw\u00fcrfen erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Da gibt es etwa ein Gef\u00e4ngnis f\u00fcr Eltern, die zu viel verbieten, aber auch ein Kino, das sich selber sieht und 2 Schuhfabriken f\u00fcr jeweils nur linke und nur rechte Schuhe.<\/p>\n<p>Das Modell wurde lose durch die Aufgabe und das Thema der Stra\u00dfe angeregt, die ja scheinbar eine elementare Keimzelle der Stadt ist. Doch wie genau stellt sich das Verh\u00e4ltnis von Stra\u00dfen, Geb\u00e4uden, anderen Netzwerken und Lebensr\u00e4umen wirklich dar? Welche Stra\u00dfen brauchen die Bewohner:innen wirklich? Wo und wie verlaufen ihre Wege, die virtuellen ebenso wie die ganz konkreten, die spontanen und die habituellen, die verpflichtenden und die frei gew\u00e4hlten?<\/p>\n<p>Und was ist eine Stra\u00dfe, welche Chancen und welche Probleme bringt sie mit sich, wenn wir auch andere Lebewesen in die Stadtplanung miteinbeziehen?<\/p>\n<p>Die Kinder denken auch ohne Anleitung durch Erwachsene schon voraus in eine Zukunft, in der Stra\u00dfen f\u00fcr Autos, breite Sichtachsen und schneller Durchzugsverkehr nicht mehr das Ma\u00df aller urbanen Dinge sein werden.<\/p>\n<p>Dennoch bleibt die Frage, in welchem Verh\u00e4ltnis die non-humane Natur und das durch und f\u00fcr Menschen Gebaute stehen sollen, offen.<\/p>\n<p>In einem Vorschlag m\u00fcssten sie relativ getrennt \u00fcber einander existieren: Die Natur zu ebener Erde, die Menschen dar\u00fcber.<\/p>\n<p>Die Dokumentation der Bau-Sessions erfolgt durch Fotos, Videos, Audios und (als konzeptionelle Eigent\u00fcmlichkeit) in Form von Zeitraffer-Clips der gesamten Session, bei denen aber programmatisch keine Gesichter zu sehen sind.<\/p>\n<p>Die Dokumente werden auf der Website \u00f6ffentlich gemacht, sei es in Form eines tagebuchartigen Blogs, sei es als Mosaik.<\/p>\n<p>Dazu kommt noch ein Podcast bzw. eine Serien von Essay-Filmen.<\/p>\n<p>2022 werden die Bausessions innerhalb der Universit\u00e4t durch Exkursionen in reale Stadtentwicklungszonen innerhalb Wiens erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p>Das Wechselspiel von alten industriellen Zonen (Bahnh\u00f6fe), neuen Wohnanlagen, kulturellen Zwischennutzungen und geplanten \u201cG\u2019st\u00e4ttn\u201d und Naturzonen (wie etwa am Nordwestbahnhof und im neuen Nordbahnhofviertel) wird dem Team und den Kindern durch Expert:innen nahegebracht und dann mit den gebauten Stadtmodellen konfrontiert. Mappings und Spielanordnungen sorgen f\u00fcr eine Interferenz zwischen Erfahrung und Phantasie, die wiederum die Brutst\u00e4tte neuer Erfahrungen und Modelle wird.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend wir f\u00fcr die gesamte Periode mit den Kindern weiterarbeiten wollen, werden auch andere Gruppen, so vor allem Studierende der Angewandten, in den Modellbau-Prozess einbezogen.<\/p>\n<p>Denn die Modelle sind dazu bestimmt, wieder abgebaut zu werden. Die Stadt wandert und wuchert von Ort zu Ort und von Medium zu Medium.<\/p>\n<p>Abdrucke (mittels 3-D-Drucker) der einzelnen Versionen der Stadt oder ihrer Teile dienen als haptisches Archiv.<\/p>\n<p>Ein so wandelungsfreudiges Projekt braucht ein <a href=\"https:\/\/www.morphopoly.org\/?page_id=598\">Team<\/a> mit diversen Interessen und F\u00e4higkeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir befinden uns in einem globalen Umbruch der urbanen Lebensformen, der gepr\u00e4gt ist von Klimakrise, Migration, radikalen Ver\u00e4nderungen in Arbeit, Konsumverhalten und Zusammenleben. Dazu kommt eine Pandemie, die als Probefall einer intensiven, geteilten Erfahrung aller L\u00e4nder und Menschen der Erde demonstriert hat, wie robust und zugleich fragil die urbane Lebensform ist. 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